Spitzmeilen 2501m, Schilstal/Flums
Durchführung: 27. Januar 2008, Tourenleiter Michael Konzett
Tourenbericht von Michael Konzett
Im Winter 1927, also vor gut 80 Jahren, hat ein gewisser Herr Flückiger dieselbe Skitour unternommen und sie in seinem Büchlein "Die jauchzende Winterlust" ausführlich beschrieben. Hier ein kurzer Auszug davon:
Der Ski bringt uns früh am Morgen weg von allem Getriebe, hinauf in verschneite Bergtäler, durch einsame Wälder und stille Alpen mit Ausblicken nach silbrigen Gipfeln und Gräten. Auf schmalen Brettern fährt da Menschenlust und Glück. Wie köstlich, in der heutigen, überbeschäftigten Zeit müssigen Menschen in stiller Feierstunde zu begegnen auf Skistreifzügen durch die winterlich geputzte Welt! Da ringen sich Träume aus der Seele, so lebhaft, so golden und frisch, die uns der Alltag nie mehr verstaubt...“
Die Sprache hat sich seither etwas gewandelt, aber die Begeisterung ist sicher dieselbe geblieben wie damals. Diese Begeisterung trieb am frühen Sonntagmorgen 13 Personen aus den warmen Betten ins kalte Schilstal. Von dort geht die lange Variante zum Spitzmeilengipfel. Gut 1500 Höhenmeter sind dabei zu überwinden und zum Schluss geht es noch kurz aber steil zu Fuss auf den felsigen Gipfelaufbau.
Wir kamen alle gut voran und erreichten über den Lauiboden und Mad ohne Probleme das Skidepot unter dem Gipfelfelsen. Ein Seil war schnell eingehängt und sorgte für die nötige Sicherheit in der steilen Gipfelrinne. Der kalte Wind liess uns zwar nur kurz die Aussicht geniessen, doch unten lockte die neu erbaute Spitzmeilenhütte, wo Josef und Walter schon einen Tisch für uns reserviert hatten. So gab es einen gemütlichen Einkehrschwung in der warmen Hütte. Unterhalb der Hütte, auf sehr schönen Skihängen, ging es über Matossa und das Lärchenbödeli an den Ausgangspunkt zurück. Auf dem Heimweg mussten wir dann noch ein besonderes Hinderniss in Form eines weissen Porsches aus dem Weg räumen. Dessen Besitzer wollte seiner neuesten Eroberung wohl einen romantischen Nachmittag in den Bergen bieten, was aber auf der völlig vereisten Strasse anders in die Hose ging, als sich der liebestolle Zürcher das wohl vorgestellt hatte! Wir hatten unseren Spass und kamen etwas später zufrieden und voller Eindrücke zurück nach Liechtenstein.
