Piz Titschal 2549 m, Ersatztour für die Medelserhütte, 8.2.2026
Vor einigen Jahren hatte ich schon einmal die Medelserhütte mit Piz Medel und Piz Cristalina im Programm. Wie damals, herrschten auch diese Saison kritische Verhältnisse. In der Vorwoche war einiges an Niederschlägen prognostiziert. Mit dieser Menge an Neuschnee und Wind steigt die Lawinengefahr sicher auf erheblich, 3+, an. Zudem ist schon der ganze Winter von einem flächendeckenden Altschneeproblem geprägt.
Ergo, eine Alternative zur Medelserhütte muss her. Zwei Täler weiter westlich befindet sich die Maighelshütte. Dort ist das Gelände mehrheitlich flacher. Die Teilnehmenden über mein Entscheid informiert und bestätigen lassen, wer trotz der trüben Wetterprognose mitkommt.
Aber ganz so einfach ist es nicht. Für die Umplanung benötigt es einige Telefone für die Abklärungen. Wetterprognosen beachten und abwägen. Das finale Telefongespräch zur Maighelshütte am Samstag vor der Tour liess dann die Vorfreude schwinden. Das Hüttenpaar hat entschieden, am Sonntag die Hütte für drei Tage zu verlassen. Das, weil alle bis auf eine Dreiergruppe wegen des schlechten Wetters abgesagt haben. Im Winterraum für Selbstversorger sei noch Platz. Selbst kochen und Essen hochtragen, nein danke. So musste ich nochmals umplanen.
Wie vor Jahren entschied ich mich wieder für den Piz Titschal. Hier ist das Gelände ebenfalls mehrheitlich flach, sodass bei Warnstufe erheblich der Gipfel meist erreicht werden kann.
So trafen sich trotz der zweifelhaften Prognosen sieben Leute für eine Skitour. Die Anfahrt nach St. Martin bei Obersaxen zieht sich ein wenig. Aber ab hier lag genügend Schnee zum Aufsteigen und auch Abfahren. In gemütlichen Schritten gingen wir die Hänge und Waldgürtel zur Vorderalp hoch. Ab hier änderte sich das Gelände von flach auf coupiert. Immer wieder zeigte sich die Sonne im Wechselspiel mit Nebelschwaden.
Oben auf dem Gipfel drückte die Sonne ganz durch und die Nebel lösten sich auf. Nun stand dem Abfahrtsgenuss nichts mehr im Weg. Gute Sicht und ein schöner Pulverschnee. Erst im unteren Drittel wurde die Schneedecke dünner. Mit vorausschauender und sanfter Fahrweise gelang es uns, nahezu ohne Steinkontakt zu unserem Ausgangspunkt zurückzugelangen.
Ein prächtiger Tourentag hat sich entwickelt. Es war ein Genuss für die, die zeitig aufgestanden sind. Wobei, wir freuen wir uns auch auf die nächsten Tage. Es soll nämlich kräftig schneien.
Vielen herzlichen Dank allen Teilnehmenden für den tollen Tag in Freundschaft. So bin ich als Tourenleiter motiviert, Ersatztouren zu planen, sollte die ausgeschriebenen Tour wegen den Verhältnissen nicht möglich sein.
Peter Frick