San Bernardino 2360 m, Ersatztour für den Schönberg
Als erste Skitour im neuen Jahr war der Schönberg vorgesehen. Diese Tour plane und führe ich nun schon einige Jahre. Aber dieses Jahr gab es schlichtweg keinen Schnee. Die Strasse ab der Schneeflucht bis fast zum Sass Stall und der Gipfelbereich hatten keinen Schnee. Eine Ersatztour musste her! Sowieso bei diesem schönen Winterwetter.
Am Silvester wollte ich mit Freunden auf das Marscholhorn ab Hinterrhein. Nach doch schon einigen Touren in dieser Saison, stellten wir fest, hier gibt es am meisten Schnee und am wenigsten Steine. Somit war eine Ersatzvariante für den Schönberg gefunden.
Das Marscholhorn wäre zu anspruchsvoll und deutlich über den Eckdaten des Schönberg gelegen. So habe ich eine einfache Variante im Gelände gesucht.
Wenige Meter vor dem geschlossenen Schlagbaum der Passstrasse haben wir parkiert. Die Luft herrlich erfrischend mit -12° und etwas Wind. Die Mehrheit der Frauen waren hart im Nehmen und erledigten ihren Toilettengang dennoch (1 km zuvor hätte es bei der Raststation windgeschützte WC gehabt). Wir gingen auf der Passstrasse hinauf bis zur Örtlichkeit Villa Thöni. Die Strasse war breit und so konnte man zu dritt nebeneinander gehen und plaudern. Oben bei der Villa Thöni suchten wir eine Windgeschützte Ecke für eine Pause.
Ab hier ging es über das coupierte Gelände weiter. Immer den idealsten Durchgang finden. Obwohl das Gelände flacher als 30° Grad war, galt es einige Wechten und Felsrippen zu umgehen. Wir stiegen bis zum Znüniplatz der Marscholroute auf 2360 m hinauf. Hier oben schien die Sonne. Kein Wind. Angenehm warm. Wir befanden uns auf ebener Fläche, auf zugeschneitem Blockgelände. So konnte es passieren, dass wenn man sich ohne Ski bewegte, bis zu den Knieen oder Hüften einsank.
Für die Abfahrt wählte ich die Hänge zum San Bernardinopass hinunter. In den Mulden fanden wir mehrheitlich guten Schnee zum abfahren. Wir alle standen zum ersten Mal im Winter auf dem Pass. Einige das erste Mal im Leben. Eine herrliche Gegend. Im Sommer ebenfalls ideal zum Wandern.
Ab der Passhöhe mussten wir wieder der Strasse folgen. Die Hänge neben der Strasse hatten zu wenig Schnee. Die Strasse bis hinunter zur Villa Thöni, war ein Tick zu flach. So mussten die Skistöcke kräftig eingesetzt werden. Danach konnte man in gemütlichem Tempo hinuntergleiten. Wegen der geringen Steilheit waren nur wenige Schwünge möglich. Die Serpentinenabfahrt lag im Schatten. Es war daher wieder kalt.
Unten beim Bus schien die Sonne und wärmte uns erneut. Zügig verstauten wir unsere Ausrüstung im Bus. Nun direkt nach Nufenen, zum Restaurant Rheinwald. Für die noch lange Heimfahrt mussten wir gut gestärkt sein. Auf der gesamten Länge der A13 herrschte reger Verkehr, ab Chur stockender Kolonnenverkehr und Stau. Für die Fahrt nach Vaduz haben wir leider mehr als eine Stunde länger als für die Hinfahrt benötigt.
Vielen herzlichen Dank allen Teilnehmenden für den tollen Tag und die Freundschaft. So bin ich als Tourenleiter motiviert, Ersatztouren zu planen, sollte die ausgeschriebenen Tour wegen den Verhältnissen nicht möglich sein.
Peter Frick