4. bis 8. September Verwall Runde
Leitung: Axel Wachter
Teilnehmer: Claudia, Elena, Gerold, Magdalena, Nadja, Ottmar, Petra
Acht wanderlustige Teilnehmer/innen starteten am Samstag, dem 5. September, bei schönstem Herbstwetter von Feldkirch aus zur Verwallrunde in Österreich. Ganz ökologisch und ökonomisch (die Bahnen in Österreich sind sooo günstig) ging es zunächst mit Zug und Bus nach Gaschurn in Vorarlberg (950m). Schnell war es dann vorbei mit der Gemütlichkeit und es erwarteten uns 1400 Höhenmeter und 12 km bis zur Neuen Heilbronner Hütte (2306m). Der Aufstieg war schweisstreibend und so genossen einige Teilnehmer im Valschavieler See am Winterjöchle (2300m) ein erstes Naturbad. Die zweite Abkühlung liess dann nicht lange auf sich warten und erwischte alle in Form eines heftigen Regenschauers kurz vor der Hütte. Die Heilbronner Hütte überzeugte mit Gastfreundschaft, gutem Essen und ausgelassener Hüttenstimmung (etwas erstaunlich nach den strikten Coronazeiten in Österreich) und liess uns am Sonntag gestärkt (aber auch etwas müde nach der lauten «Hüttenpartynacht») in die zweite Etappe starten. Es ging auf dem Bruckmannweg Richtung Wannenjöchli (2633 m). Unser Wanderleiter Axel hatte für diesen Tag einige Überraschungen eingebaut, um uns ein herausforderndes Programm zu bieten. Zunächst wartete eine eiskalte reissende Flussüberquerung auf uns (mit Blick auf die unter uns liegende Brücke), die die Gleichgewichtsspezialisten mit Schuhen zu bewältigen versuchten, ohne nasse Füsse zu bekommen, und der naturverbundene weibliche Teil barfuss absolvierte, um am Morgen schon das «Wellnessprogramm» erledigt zu haben. Nach Erreichen des Wannenjöchli ging es dann keineswegs direkt zur Konstanzer Hütte, sondern die Besteigung des Patteriol (3056 m) durch die Südflanke stand auf dem Programm. Axel testete zunächst ausgiebig unsere Kondition, indem wir verschiedene Möglichkeiten des Anstiegs ausprobierten, bis wir schliesslich auf dem richtigen, aber weiterhin herausfordernden «Normalweg» (Kletterstellen bis II) waren. Es ging über bis 35°steile Geröllfelder, Rinnen und Platten zu einem Hochkar und schliesslich über einige nicht immer feste Felswändchen zum Gipfelgrat. Leider blieb uns die Besteigung des Hauptgipfels verwehrt, da durch die Neuschneefälle der letzten Wochen ein recht steiles Schneefeld auf der Nordseite des Vorgipfels entstanden war, das wir ohne Steigeisen nicht passieren konnten. Wir genossen nichtsdestotrotz in bester Stimmung die wunderbare Aussicht vom Vorgipfel, bevor wir die zähen 1400 Höhenmeter Abstieg zur Konstanzer Hütte (1688 m) unter die Füsse nahmen.
Am Montag machten wir uns von der Konstanzer Hütte über das Kuchenjöchli (2730m) Richtung Darmstädter Hütte auf. Unser zunächst zügige Aufstieg an diesem Tag erinnerte allerdings bald an einen «Stop and Go-Kolonnenverkehr» auf der Autobahn, da uns über 500 äusserts schnelle Trail Runner entgegenkamen, denen wir natürlich allen höflich den Vortritt auf dem schmalen Wanderweg liessen. Schliesslich erreichten wir doch das Kuchenjöchli. Die vier «Wandermädels» liessen es sich nicht nehmen, noch den Gipfel des Scheiblers (2978 m) zu besteigen, bevor es über den mit Ketten gesicherten Weg zur Darmstädter Hütte (2384 m) herunter ging.
Autor Elena Weiler
Elena musste uns am Montagnachmittag verlassen und so liegt es an mir den zweiten Teil des Berichts zu schreiben.
Aufgrund der grossen Steinschlaggefahr und dem Schnee der letzten Wochen war der Ludwig-Dürr-Weg zur Friedrichshafner Hütte zu gefährlich und es musste eine Alternative gefunden werden. Zusammen mit Andi, dem gutgelaunten und aufmerksamen (er hat es Othmar angesehen wann der wieder er ein Bier brauchte) Wirt der Darmstätter Hütte, war schnell eine neue Route erarbeitet.
Am Dienstag querten wir auf dem Advokatenweg unter dem Grossen Kuchenferner in Richtung Seeköpfe (3061 m) welche wir jedoch buchstäblich links liegen liessen und über einen anstrengenden Aufstieg durch ein steiles Schuttfeld zur Doppelseescharte (2786 m) kamen. Der südseitige Abstieg zum Madleinsee war steil und im oberen Teil recht exponiert. Da der Abstieg zum See nicht so schweisstreibend war, verzichteten wir auf ein kühles Bad und nahmen stoisch die weiteren elfhundert Höhenmeter Abstieg nach Ischgl in Angriff. Im eher ungewohnt ruhigen Ischgl haben wir dann zu Mittag gegessen bevor wir mit dem Bus ein kurzes Stück nach Valzur gefahren sind. Von dort haben wir dann den Aufstieg zur Friedrichshafner Hütte (2138 m) in Angriff genommen. Die knapp 700 Höhenmeter in der nachmittäglichen Hitze zur Hütte waren sehr schweisstreibend doch die Hütteninfrastruktur leistete gute Dienste: direkt neben der Hütte lud ein ein kühler See zum Baden ein.
Zuerst ging es am nächsten Morgen ganz gemütlich entlang einer Schotterstrasse. Doch nach gut einem Kilometer war's vorbei mit dem spazieren. Steil führte der Wanderweg zum Muttenjoch (2620 m) empor. Es ging schon steil hoch doch der Abstieg war noch steiler und führte in den kargen Talabschluss des Ochsentals wo sich dann der Weg unterhalb vom Schaftäler und Grüner Grat dahinzog bevor wir wieder zur Heilbronner Hütte kamen. Die Freude um das Wiedersehen mit der freundlichen Hüttenmannschaft war gross. Versorgt mit Kaffe, Kuchen und einem Hüttenschnaps ging's dann munter das Verbellatal hinaus am Zeinissee vorbei zum Zeinisjoch (1822 m). Dort verabschiedeten wir uns von Magdalena und fuhren mit Bus und Bahn über die Bielerhöhe, durchs Montafon bis nach Schaan.
Wir konnten uns wirklich glücklich schätzen nach einem so verregneten Sommer fünf Tage mit fast perfektem Wetter erwischt zu haben.
Axel Wachter